Bill Gates: “Unternehmen werden schnell auf Vista umsteigen”
Am Rande der Professional Developers Conference (PDC) zeigte sich Microsoft-Gründer und Chief Software Architect Bill Gates im Gespräch mit der CW-Schwesterpublikation “Infoworld” nicht gerade gesprächig. Aber das ein oder andere Detail zum Windows-XP-Nachfolger “Vista” (ehemals “Longhorn”) und zum Grafik-Subsystem “Windows Presentation Foundation” (ehemals “Avalon”) konnten ihm die Kollegen doch entlocken.

Infoworld: Einige Konferenzteilnehmer verglichen die Light-Version des Presentation Framework Avalon, die auf der PDC vorgestellt wurde, mit “Flash”. Trifft der Vergleich Ihrer Meinung nach zu? Und ist geplant, Avalon auch auf Desktops zu bringen, die nicht mit Windows betrieben werden?
GATES: Aus technischer Sicht hat Presentation Framework Ähnlichkeit mit Flash.
Inforworld: Zugrunde liegt eine portierbare Laufzeitumgebung. So könnten sich damit auf XAML (Extensible Application Markup Language) basierende Applikationen unter Mac OS oder Linux betreiben lassen. Ist das eine Option für Sie?
GATES: Der Mac ist ein Thema, über das wir intensiv nachgedacht haben. Wir müssen uns aber im Klaren darüber sein, dass wir hier nicht von 100 Prozent XAML sprechen. Aber der Teil von XAML, um den es sich dreht, wird sich in allen Systemen wiederfinden – uneingeschränkt. Zum Darstellen von Inhalten und für einen gewissen Grad von Animationen ist die Verbreitung unumgänglich.
Infoworld: Viele Unternehmen fragen sich, warum sie auf Vista umsteigen sollen. Einige für Vista angekündigte Funktionen sind auch separat erhältlich Welche Gründe führen Sie für ein Upgrade an?
GATES: Ich habe keinen Zweifel daran, dass IT-Abteilungen sehr schnell auf Vista umsteigen werden. Ein gewichtiger Grund dafür sind die verbesserten Sicherheitsfunktionen. Ein weiterer Vorteil sind die neuen Imaging-Funktionen, mit denen sich Vista auf Basis einer Image-Datei installieren lässt und die es ermöglichen, Images problemlos zu erweitern. Man könnte noch mehr Dinge anführen, die IT-Abteilungen schätzen werden.
Infoworld: Also weniger Aufwand bei Installation, Betrieb und Administration – das wird den Ausschlag für ein Upgrade geben?
GATES: Genau. Schon die Sicherheitsfunktionen wären Grund genug zum Umstieg. Auch die einfachere Verwaltung ist ein Argument; alleine, dass bei der Installation der Standardbenutzer von Administrationsrechten ausgenommen wird.
Infoworld: Administratorenrechte nicht standardmäßig zu vergeben, ist eine große Umstellung.
GATES: Richtig. Anwender wollen dennoch ihren Desktop so effizient wie möglich verwalten. Das hat große Auswirkungen auf die Softwareentwicklung. Auch bei der Hardware erwarten wir keine Probleme. Die installierte Hardwarebasis erfüllt bereits jetzt großteils die Voraussetzungen für Vista. Und bis Vista auf den Markt kommt, sollte es so gut wie keine zu schwache Hardware mehr geben.
Deswegen glaube ich, wird sich Vista so schnell wie kein System zuvor verbreiten. Unser Ziel ist es, dass IT-Abteilungen mit zum Teil alten Systemen Vista zunächst auf ihren neueren Rechnern installieren und zunächst einen Mix aus Vista und Windows XP betreiben. Danach können sie mit jeder neuen Hardwareanschaffung XP-Systeme durch Vista ersetzen. (Quelle COMPUTERWOCHE.DE 04.10.2005)
Autor: | Erstellt am: Oktober 4th, 2005 | 0 Kommentare |




















