Google wildert im Microsoft-Gebiet
Mit der neuen Version der Desktop-Suche von Google können Mails, News, Bilder, Musik und Suchabfragen an einem Ort verwaltet werden – und das ohne Browser. Dem bisherigen Desktop-Dominator Microsoft erwächst so Konkurrenz.
Der Suchmaschinenbetreiber Google erklärt den Desktop zu seinem Revier und wagt sich damit in feindliches Microsoft-Gebiet: Mit der Veröffentlichung einer neuen Version von Google Desktop werden einige Funktionen des Windows XP-Nachfolgers Vista praktisch vorweg genommen. So ermöglicht es die Such- und Sortieranwendung ihren Benutzern, E-Mails und Media-Files an einem Ort zu verwalten, das Web oder den eigenen PC zu durchsuchen, sowie Dokumente wiederherzustellen. Der Ort, den die Software für sich beansprucht, heißt Desktop und ist der zentrale Platz auf jedem Windows-PC.
Für viele Anwender, deren Desktop mit Icons und Verknüpfungen überfrachtet ist, könnte sich Google Desktop 2.0 als wahres Multifunktions-Armaturenbrett erweisen. Ähnlich wie bei einem Auto laufen hier alle wichtigen Informationen zusammen. Die frei schwebende “Sidebar” sammelt Nachrichten, Wetter und frisch eingetroffene E-Mails – sogar Aktienkurse und Weblog-Einträge werden hier angezeigt. Zudem werden häufig genutzte Dokumente und Programme in einem Verlaufsbereich dargestellt. Die aus verschiedenen Bereichen zusammengesetzte “Sidebar” bildet so eine dynamische Schnittstelle zwischen Internet, PC und Nutzer.
Google vs. Microsoft
Während Microsoft bei seiner Suchmaschine MSN um Anschluss an die Google-Websuche kämpft , drängt der Suchmaschinenprimus nun mitten ins Schaufenster von Windows – den Desktop. Beim Internet Explorer herrscht währenddessen Burgfrieden: Microsoft und Google bieten jeweils eigene Browser-Toolbars an. Im Gerangel um die beste Desktop-Internet-Kopplung aber macht Google mit der neuen “Sidebar” einen großen Schritt nach vorn. “Microsoft hat noch nicht herausgefunden, wie es die Allgegenwart der Windows-Plattform in eine dominante Schnittstelle zum Internet umwandeln kann”, so Larry Freed von der Webberatungsfirma FreeSee Results gegenüber US-Medien. (Quelle STERN.DE 23.08.2005)
Autor: | Erstellt am: August 23rd, 2005 | 0 Kommentare |




















