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Microsoft Vista: muss Freeware draußen bleiben?

Manager Magazin verkündet Beunruhigendes

Bewegt man sich außerhalb der IT-Fachzeitschriften, nimmt in der Regel die technische Kompetenz in den Redaktionen ab: und es ist zu hoffen, dass dies im Fall des Manager Magazins heute der Fall ist. Ohne nähere Quellenangabe berichtet das Magazin von einer extrem aggressiven “Sicherheitspolitik” aus dem Hause Microsoft, die als Schutz des Systems vor böswilliger Software daherkommt, aber die Nutzung von freier und Open-Source-Software auf dem neuem MS-OS erschwerewn bis unmöglich machen könnte.

Nur vertrauenswürdige Software solle unter Vista Dokumente öffnen und bearbeiten können, schreibt das Manager Magazin, und erläutert weiter: “Das heißt aber auch, dass zum Beispiel das “Open Office” extra zertifiziert werden muss, damit es weiter unter Windows angewandt werden kann. Auf keinen Fall soll man soll man nach dem Willen von Microsoft mit dem neuen Betriebssystem ein Programm ohne gültige Produktlizenz öffnen können. Dadurch kann Microsoft die Benutzung von Freeware praktisch unmöglich machen. Denn solche Software wird kostenlos weitergegeben, ohne dass die Bezieher Lizenzgebühren dafür bezahlen müssen”.

Nun hat bei MM irgend jemand das Prinzip der Produktlizenz nicht ganz verstanden: auch Freie und Open-Source – Software kommt in der Regel natürlich mit einer Produktlizenz daher – beispielsweise mit der GPL. Lizenziert wird Open-Source-Software selbstverständlich, auf und gerade, wenn man für die Lizenz nichts bezahlen muß, sondern ausreicht, ihren Bedingungen zuzustimmen. Was MM aber meinen könnte, wäre die Zertifizierung von Software durch Microsoft oder eine andere Prüfinstanz als “vertrauenswürdig” – und diese Zertifizierungen sparen sich in der Tat viele Entwickler gerade kleiner, offener Softwareprojekte.

Die Alternative, will man nicht nach MS’ Wünschen zertifizierte Software nutzen, ist laut Wikipedia das Verfrachten des Rechners in den “untrusted” Mode: unter dieser könnte jedoch das Ausführen von “trusted” Software – wie beispielsweise MS Office – wiederum abgeschaltet sein.

Um die Trusted-Computing – Techniken im kommenden MS-OS ranken sich zahlreiche Gerüchte und zwischen den ersten Schritten mit Palladium und den zahlreichen Modifikationen, denen der Nachfolger “Next Generation Secure Computing Base”, kurz NGSCB in letzter Zeit unterworfen wurde, hat sich viel getan. Die Kunden waren mit den zahlreichen Restriktionen, die ursprünglich geplant wurden, eher weniger glücklich, die Wikipedia weiss indessen, dass die entsprechenden Planungen mitnichten über Bord geworfen wurden. “Durch diese Technologie könnte Microsoft auch die Nutzung aller kostenloser Software unterbinden, da diese womöglich nicht mehr ohne Lizenzgebühren weitergegeben werden kann. Außerdem ist NGSCB geradezu optimal geeignet um DRM in Windows fest zu integrieren. NGSCB scheint aber ins Wanken zu geraten, der Grund hierfür ist anscheinend das Feedback von Kunden. Von der Einstellung des NGSCB-Konzepts kann jedoch keine Rede sein. Dass NGSCB in Windows Vista integriert sein wird, wurde von Microsofts Product Unit Manager bestätigt.”

Insofern ist zu hoffen, dass das Manager-Magazin auf eine ältere Quelle hereingefallen ist – und nicht gar die letzten Insiderinformationen aus Redmond zugespielt bekam. (Quelle GULLI.COM 12.08.2005)



Autor: Administrator | Erstellt am: August 12th, 2005 | 0 Kommentare | 1,029 views



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